5. Stolpersteinverlegung

12. Juni 2024, Lange Straße 2-4

Die Erinnerung wachhalten ist eine Pflicht

Familie Oppenheim zu Besuch

„Wir alle können Erinnerung bewahren, doch nur die Jugend kann die Erinnerung weit genug in die Zukunft tragen. Auf Ihnen ruht die Hoffnung, dass die Geschichte nicht vergessen wird und sich nicht wiederholt“, mit diesen Worten begrüßte Monika Büntemeyer die ca. 90 Gäste, die an der 5. Stolpersteinverlegung des Arbeitskreises »Jüdisches Leben in Rahden« in der Langen Straße teilgenommen haben.


„Die Erinnerung ist für die Bürgerinnen und Bürger eine Pflicht und untrennbarer Teil ihres Erbes. Die Teilnahme von Angehörigen der Familien, denen in dieser Stadt unfassbares Unrecht geschehen ist, hilft unsere Bemühungen um Erinnerung sehr und ist ein Akt außergewöhnlicher Großherzigkeit“, so Büntemeyer.
So konnte das Ehepaar Daniel und Patti Oppenheim persönlich begrüßt werden, die aus Amerika angereist waren. Daniel Oppenheim ist der Sohn von Gerd Oppenheim, der als 7-jähriger mit seiner Familie aus Rahden flüchten musste.
Auch Künstler und Initiator Gunter Demnig war in diesem Jahr vor Ort und verlegte persönlich die 5 Stolpersteine zur Erinnerung an die Familie Oppenheimer.


Auch Künstler und Initiator Gunter Demnig war in diesem Jahr vor Ort und verlegte persönlich die 5 Stolpersteine zur Erinnerung an die Familie Oppenheim.

Dorothée Brandt, stellvertretende Bürgermeisterin, bedankte sich in Vertretung des Bürgermeisters und des Stadtrates bei dem Arbeitskreis »Jüdisches Leben in Rahden«, der sich seit 2015 für die Erinnerung an die Verfolgung einsetzt und an diesem Tag die 5. Stolpersteinverlegung organisiert hat. Ein besonderer Dank ging an Gunter Demnig, der mittlerweile mit mehr als 100.000 Stolpersteinen bundesweit die Schicksale jüdischer Mitbürger lebendig hält, die durch den Nationalsozialismus verfolgt oder ermordet wurden.

Dorothée Brandt, stellvertretende Bürgermeisterin, bedankte sich in Vertretung des Bürgermeisters und des Stadtrates bei dem Arbeitskreis »Jüdisches Leben in Rahden«, der sich seit 2015 für die Erinnerung an die Verfolgung einsetzt und an diesem Tag die 5. Stolpersteinverlegung organisiert hat. Ein besonderer Dank ging an Gunter Demnig, der mittlerweile mit mehr als 100.000 Stolpersteinen bundesweit die Schicksale jüdischer Mitbürger lebendig hält, die durch den Nationalsozialismus verfolgt oder ermordet wurden.

Für Daniel Oppenheim hatte diese Zeremonie wegen der aktuellen politischen Lage eine ganz besondere Bedeutung. Sein Vater Gerd musste als kleines Kind fliehen. Er wurde im Jahr 2000 von seinem Bruder Heinz überzeugt, Rahden doch einmal zu besuchen.

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Es war sein erster Besuch in Deutschland nach der Flucht vor den Nazis. Er traf in Rahden auf überaus freundliche und herzliche Menschen und konnte nicht begreifen, dass das die Nachfahren der Menschen waren, die 60 Jahre zuvor so viel Leid verursacht hatten. Er habe bei dieser Reise verstanden, dass viele Bürgerinnen und Bürger in Rahden selber Angst vor den Nazis hatten. Angst vor dem, was mit ihnen geschieht, wenn sie sich Befehlen wiedersetzt hätten. Nach seiner Reise erzählte er seinem Sohn Daniel, dass er froh sei, diese Reise erlebt zu haben und konnte so damals seinen Frieden mit Deutschland finden. 

Lilly Schneider, Oliver Witzke und Lukas Gorka vom Gymnasium Rahden erzählten während der Stolpersteinverlegung die Geschichte der Familie Oppenheim:
Bis vor einem Jahr stand hier in der Langen Straße 4 das Haus der Familie Oppenheim. In diesem Haus betrieb die Familie ein Geschäft für Manufakturwaren. Hugo und Hertha mit ihren Söhnen Heinz Werner und Gerd. Gleich nebenan, heute die Eisdiele, war ihr Manufakturwarengeschäft, das die Familie seit vielen Jahren führte. In dem Geschäftshaus wuchs Hugo mit seinen älteren Geschwistern Clara, Otto und Else auf. Er war bei seinem Vater im Geschäft tätig. Nach der Heirat 1922 mit Hertha Löwenstein aus Bünde wohnten sie im Haus Nr. 87, direkt neben dem Geschäft, dem ehemaligen Max und Moritz. 1923 und 1933 wurden die Söhne Heinz Werner und Gerd geboren. Der Familie ging es gut. Das Geschäft florierte, Hertha war 2. Vorsitzende im Frauenverein. Die Kinder hatten viele Freunde und spielten auf dem Kirchplatz Fußball.


Wie auch die anderen Bürger jüdischen Glaubens fühlten sie sich als Rahdener, hier war ihre Heimat. Sie waren angesehen, nahmen selbstverständlich teil am öffentlichen Leben. Sie waren aktiv im Gesangverein, im Kegelclub, in der Schützengilde, bei der Freiwilligen Feuerwehr und dienten als Frontkämpfer im Ersten Weltkrieg. Wie die anderen Rahdener Frauen kümmerten sich auch die jüdischen Frauen im Vaterländischen Frauenverein, dem Vorläufer des DRK, um Bedürftige.
1933, mit der Machtübernahme der Nationalsozialisten, änderte sich das Leben für die jüdisch gläubigen Rahdener drastisch, so dass 1937 der 14-jährige Heinz Werner Oppenheim sicherheitshalber mit einem Kindertransport über Paris nach New York geschickt wurde.


KIEPE 1735, 20. Juni 2024






Daniel Oppenheim wurde am Abend vor der Stolpersteinverlegung auch von Bürgermeister Dr. Bert Honsel begrüßt.



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