Jedes Leben ist unendlich wertvoll

Mit dem Kunstprojekt „Stolpersteine“ soll die Erinnerung an die jüdischen Mitbürger, die damals Teil des Rahdener Lebens waren, bewahrt werden. Ein Projekt, das die Erinnerung an die Vertreibung und Vernichtung von Verfolgten im Nationalsozialismus lebendig hält.

Den Nationalsozialisten reichten schon andere Religionen, die politische Haltung, eine körperliche oder geistige Behinderung, um Menschen zu verfolgen.

 

1997 erarbeitete die Geschichtswerkstatt der Hauptschule Rahden die Schrift „Sie lebten mitten unter uns“ und dokumentierte darin, dass 1933 in unserer Stadt noch über 60 Bürger jüdischen Glaubens lebten. Sie alle mussten Rahden unfreiwillig verlassen. Vielleicht wären diese Bürger und ihre Familien heute unsere Nachbarn.

 

Wir wollen ihrer gedenken. Ihr Schicksal soll uns mahnen, dass gerade in der heutigen Zeit, in der Rassismus und Faschismus auf dem Vormarsch sind, so etwas nie wieder geschehen darf.

Die Stolpersteine werden an dem letzten freiwillig gewählten Wohnort der verfolgten Bürger verlegt, dort, wo das schreckliche Schicksal begann.

 

Jeder Interessierte kann bei diesem Projekt mitwirken: durch eine Patenschaft für einen Stolperstein (€ 120,00), mit einer Spende (jeder Betrag ist willkommen, da in den nächsten Jahren weitere Steine verlegt werden sollen) oder durch die Unterstützung unserer Recherche, sei es durch Erzählen, Zuhören oder Mitmachen.

 

Wir danken allen, die durch ihre Unterstützung diese Erinnerungsarbeit möglich gemacht haben.


Die ersten Stolpersteine in Rahden wurden im November 2015 vor den Häusern in der Marktstraße und in der Steinstraße für die Familien Ginsberg und Frank verlegt.

Im November 2016 und im September 2018 kam Gunter Demnig erneut nach Rahden, um weitere Steine in der Bahnhofstraße und in der Langen Straße zu verlegen. Im Juni 2022 wurden weitere 8 Stolpersteine für die Familie Frank an der Lemförder Straße verlegt. Diesmal war der Künstler nicht anwesend; und die Verlegung erfolgte in Eigenregie des Arbeitskreises mit der Unterstützung des städtischen Bauhofes. Weitere 5 Stolpersteine wurden im Juni 2024 für die Familie Oppenheim/Jelin in der Langen Straße/Kirchplatz im Beisein der Angehörigen aus den USA von Gunter Demnig verlegt.


Initiiert wurde diese Erinnerungsarbeit, bei der in den vergangenen Jahren bisher 51 Steine an verschiedenen Stellen in der Innenstadt verlegt wurden, vom Arbeitskreis „Jüdisches Leben in Rahden“.

In Zusammenarbeit mit dem Stadtarchiv konnten so viele Familienschicksale recherchiert und sogar Kontakt mit Nachfahren im In-und Ausland aufgenommen werden.

Möglich wurden die Stolpersteinverlegungen in Rahden durch Spenden, die jederzeit herzlich willkommen sind, da weitere Verlegungen geplant sind.



„Ein Mensch ist erst vergessen, wenn sein Name vergessen ist“


Jüdische Familien in Rahden



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