Haus Oppenheim vor 1900
Lange Straße 4 (Rahden 87)
Hugo Oppenheim (*25.07.1889) arbeitete im
Manufakturwarengeschäft der Familie Oppenheim am Kirchplatz. Im Januar 1922 heiratete er Hertha Löwenstein (*31.03.1898), die älteste Tochter von Louis und Theodora Löwenstein aus Bünde. Die Familie wohnte im Haus Nr. 87 in der heutigen Langen Straße.
Aus der Ehe stammen die beiden Söhne Heinz
Werner und Gerd.
1937 wurde der 14-jährige Heinz Werner Oppenheim mit einem Kindertransport über Paris nach New York geschickt.
1938 musste Hugo Oppenheim seinen
Gewerbeschein abgeben und das Geschäftshaus verkaufen. Am 12. November 1938 wurde er über Bielefeld nach Buchenwald deportiert. Hertha floh mit Sohn Gerd nach Bünde zu ihrer Mutter. Nach Hugos Entlassung aus dem KZ emigrierte die Familie
mit Hilfe von Hugos Bruder Otto Oppenheim im
Februar 1939 nach Kuba. Der 6-jährige Sohn Gerd durfte nicht mit an Bord, da er an Scharlach erkrankt war.
Hugo Oppenheim 1937
Hertha Oppenheim 1937
Mit seinem erwachsenen Cousin Friedrich Jelin konnte auch Gerd einige Wochen später nach Kuba fliehen. Nach 9 Monaten unter schwierigeBedingungen dort konnten die Oppenheims im Dezember 1939 nach Amerika ausreisen. Ab 1940 war auch Heinz Werner wieder bei seiner Familie. Sie wurden in New Orleans sesshaft und bauten sich nach beschwerlichen Anfängen ein gut gehendes Unternehmen mit Kinderkleidung auf (Cute Tags of Louisiana).
Hugo Oppenheim starb 1972, seine Frau Hertha 1985 in New Orleans.
Goldene Hochzeit von Daniel und Ida Oppenheim in Rahden im Juli 1930
Hugo Oppenheim als Soldat (1914-1918)
Heinz Werner Oppenheim ca.1937
Großendorf 71, Lange Straße 2, Oppenheim
Heinz Werner Oppenheim (*24.06.1923)
Nach der Machtübernahme durch die Nationalsozialisten musste Heinz Werner 1933 die Mittelschule in Rahden verlassen und wieder die Volksschule besuchen. Ab 1935 hatte er Privatunterricht in Uchte.
1937 wurde der 14-jährige nach Amerika geschickt. Dort lebte er in einer Pflegefamilie, den Davidsons, bis er 1940 wieder mit seiner Familie vereint wurde.
In Amerika nannte sich Heinz Werner 'Henry', besuchte die Fieldston High-School, machte hier seinen Abschluss und arbeitete als Vorarbeiter in einer Fabrik.
1946 gründete er mit seinem Vater und seinem Cousin Friedrich Jelin eine Firma für Kinderbekleidung. Nach dem Tod seines Vaters übernahm Henry 1972 die Leitung des Unternehmens. Wegen wirtschaftlicher Schwierigkeiten musste die Firma 1982 verkauft werden. Bis zu seinem Ruhestand 1993 war Henry
Gesellschafter in einer anderen Bekleidungsfirma.
Er war mit Delores Gomez verheiratet. Ihre Ehe blieb kinderlos. Henry Oppenheim starb 2013 in Covington (Louisiana).
Gerd Oppenheim
(*14.02.1933)
Wie sein Bruder Henry besuchte auch Gerd in Amerika ein College. Er studierte
Wirtschaftsingenieurwesen und diente als Soldat im Koreakrieg. Bis 1983 war
auch Gerd im Familienunternehmen tätig. Als die Firma verkauft werden musste, gründete Gerd eine Firma für den biologischen Anbau von Gemüse, Obst und Nüssen.
1957 heiratete er Gertrude 'Trudy' Hamburger. Aus ihrer Ehe stammen die Kinder Daniel und Susan. Gerd Oppenheim starb 2016, seine Frau Trudy 2017 in
New Orleans.
Familienfoto in Bünde: Erwin Löwenstein, Theodora Löwenstein mit Enkeln Heinz Werner u. Gerd und Friedrich Jelin
Heinz Werner u. Gerd in Rahden 1934-35
Heinz Werner und Gerd in Rahden 1935-36
Letztes Familienfoto vor Trudys Oppenheims Tod: Familie von Daniel Oppenheim mit den Eltern Gerd und Trudy
Die Brüder Heinz Werner und Gerd Oppenheim im Jahr 2000 zu Besuch in Rahden.
Gerd mit Vater Hugo Oppenheim
Lange Straße im 2. Haus von links wohnte Hugo Oppenheim mit seiner Familie.
Rahdener Wochenblatt Nr.49 v.23.04. 1925
Rahdener Wochenblatt Nr. 65/1921
Rahdener Wochenblatt 1923 Geburt Heinz Werner
Rahdener Wochenblatt 1933 Geburt Gerd
Rahdener Wochenblatt Nr. 96 v. 23.04.1932
Rahdener Wochenblatt Nr. 96 v. 23.04.1932
Rahdener Wochenblatt Nr.239 v. 12.10.1932
Friedrich Jelin
(*05.06.1916)
Friedrich Jelin wurde als fünftes Kind von Leopold und Klara Jelin, geb. Oppenheim, in Herne geboren. Schon als kleines Kind kam er nach Rahden. Bedingt durch den 1. Weltkrieg war er wie viele andere Kinder aus der Stadt aufs Land geschickt worden. Friedrich lebte fast vier Jahre in Varl bei der Familie
Vahrenkamp. Minna Vahrenkamp hatte vor ihrer Ehe im Haus Oppenheim als Hausmädchen gearbeitet.
Erst 1920 kam Friedrich wieder zu seinen Eltern nach Herne und besuchte dort die Schule. Ab 1931 arbeitete er bei seinem Großvater und Onkel im Geschäft in Rahden. Wie sein Onkel Hugo wurde Friedrich Jelin am 12. November 1938 nach
Buchenwald deportiert. Im Februar 1939 wurde er aus dem KZ entlassen mit der Auflage, Deutschland innerhalb von drei Wochen zu verlassen. Da er seinen
an Scharlach erkrankten Cousin Gerd Oppenheim nach der Abreise von dessen Eltern betreute, konnten Friedrich Jelin und Gerd Oppenheim erst drei Wochen nach dem geplanten Ausreisetermin nach Kuba zu ihren Familienangehörigen fliehen.
Friedrich Jelin emigrierte gemeinsam mit der Familie von Hugo Oppenheim in die USA In Amerika nannte er sich 'Fred Jellin '. Er baute mit Hugo gemeinsam die Kinderbekleidungsfirma auf, die bis 1982 in der Familie blieb.
Fred heiratete 1957 Elisabeth Haas geb. Katz. Sie hatten keine Kinder. Nach dem Tod seiner Frau Elisabeth heiratete Fred Jellin 1967 Sally Ray Kunstler, geb. Moss. Auch diese Ehe war kinderlos. Fred Jellin starb 2006 in New Orleans.
Friedrich Jelin 1936
Feb.1939 Entlassung Buchenwald