Sehen, erleben, erinnern

Montag, 27. Januar 2020

»Stolpersteine NRW«: Neues digitales

WDR-Angebot gegen das Vergessen

 

Rund 15.000 Stolpersteine in Nordrhein-Westfalen stehen im Mittelpunkt des innovativen digitalen WDR-Angebots »Stolpersteine NRW – Gegen das Vergessen«.

Der WDR hat zusammen mit vielen Kommunen des Landes dieses Projekt auf der Grundlage des Stolpersteine-Projekts von Gunter Demnig entwickelt und macht damit die Geschichte der Menschen hinter den Steinen des Künstlers Gunter Demnig jetzt auch digital zugänglich: mit Texten, Fotos, Audios, Illustrationen und Augmented-Reality-Elementen. »Stolpersteine NRW« ist ab sofort als App auf dem Smartphone und am PC/Laptop im Desktop-Browser (stolpersteine.wdr.de) nutzbar. WDR-Intendant Tom Buhrow: „Wir dürfen die Menschen, an deren furchtbares Leid mit den Stolpersteinen erinnert wird, niemals vergessen. »Stolpersteine NRW« regt zu einer intensiven Auseinandersetzung mit den Opfern des Nationalsozialismus vor der eigenen Haustür und im ganzen Land an. Mit unserem einzigartigen Angebot ist es

erstmals digital möglich, jeden einzelnen Stein in Nordrhein-Westfalen anzusteuern und mehr über die Menschen dahinter zu erfahren. Damit wollen wir vor allem Jüngeren auf ganz neue Art ermöglichen, sich mit dem Lebens- und Leidensweg dieser Menschen auseinanderzusetzen.“

 

Mit der App erfahren Smartphone-Nutzer*innen zu jedem Stein, vor dem sie stehen, welcher Mensch sich dahinter verbirgt. Auf Basis von Namen oder Adressen lassen sich die Stolpersteine gezielt finden. Auf der Internetseite kann man auch zuhause am PC auf einem größeren Bildschirm ortsunabhängig in der Datenbank recherchieren. Interaktiv nutzbare Filter machen es möglich, die mehr als 15.000 Biografien komfortabel zu durchsuchen.

Stolpersteine-Initiator und Künstler Gunter Demnig unterstützt das Projekt von Anfang an. Zum neuen WDR-Angebot sagt er: „Ich bin fasziniert von dem, was da entstanden ist. Besonders gelungen finde ich, dass ein pädagogisches Konzept mit eingebaut wurde mit der Absicht, sich an junge Menschen, an Schüler*innen zu wenden. Das wird ein ganz anderer, neuer Geschichtsunterricht.“

 

Auch Rahden’s Stolpersteine sind in dieser App zu finden. Monika Büntemeyer und Sigrid Lindemann vom Arbeitskreis »Jüdisches Leben in Rahden« haben seit über einem Jahr an Online-Konferenzen mit dem WDR teilgenommen, Dokumente, Bilder und Daten zusammengesucht und für die App zur Verfügung gestellt. „Die meisten Daten sind ja bereits durch jahrelange Recherche- und Archivierungsarbeiten unseres Arbeitskreises über das jüdische Leben in Rahden vorhanden“, so Sigrid Lindemann. Bisher sind in Rahden 38 Stolpersteine verlegt worden. „Die im letzten Jahr ausgefallene Verlegung weiterer Stolpersteine soll in diesem Jahr erfolgen. Da wir gern die Angehörigen aus England und den Niederlanden dazu einladen würden, warten wir auf die wärmere Jahreszeit. Für darauffolgende Stolpersteinverlegungen sind wir noch mitten in der Recherchearbeit“, erzählt Monika Büntemeyer.

 

Claus-Dieter Brüning unternimmt zum Thema »Auf den Spuren ehemaliger jüdischer Bürger« am 27. Januar einen Stadtrundgang mit Schüler*innen der Sekundarschule Rahden, die einen Holocaustgedenktag anlässlich der Befreiung von Auschwitz veranstalten.

 

Weitere Informationen zum Arbeitskreis »Jüdisches Leben in Rahden« findet man auch auf der Internetseite:

www.juedisches-leben-rahden.de

 

Kiepe 1681, 27. Januar 2022

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