Gedenkveranstaltung

10. November 2021

Wir erinnern an die Verfolgung und die Pogromnacht

Stadtführung mit Claus-Dieter Brüning um 16:30 Uhr

 

Die Bürger jüdischen Glaubens lebten in Rahden wie alle anderen auch. Sie gingen ihren Berufen nach, kümmerten sich um ihre Familien und engagierten sich im kulturellen und politischen Leben ihres Heimatorts. Doch spätestens mit dem Machtantritt der Nationalsozialisten im Jahr 1933 wurde ihnen das verwehrt, sie wurden drangsaliert und verfolgt, erschlagen, erschossen oder vergast. In den Abendstunden des 10. November 1938 wurde die Synagoge in Rahden in Brand gesetzt. Unter den Augen zahlreicher Einwohner und der Feuerwehr brannte das Gebäude bis auf die Grundmauern nieder. Während des Pogroms wurden auch Wohnungen jüdischer Familien verwüstet und geplündert, ihre Bewohner misshandelt. Und wenn sie ihr Leben retten konnten, dann verloren sie zumindest ihre Heimat. Der Arbeitskreis »Jüdisches Leben in Rahden« erinnert jedes Jahr mit einer Gedenkveranstaltung an die Verfolgung und an die Pogromnacht und setzt damit ein Zeichen gegen das Vergessen.

 

Am Mittwoch, dem 10. November 2021, lädt Claus-Dieter Brüning, Stadtheimatpfleger und Mitglied des Arbeitskreises, wieder zu einem Stadtrundgang »Auf den Spuren der jüdischen Mitbürger« ein.

Diese sehr interessante und auch emotionale Stadtführung beginnt um 16:30 Uhr am Bahnhofsvorplatz – denn hier erinnert Brüning an Menschen, die von hier über Bielefeld in Vernichtungslager deportiert wurden.

 

Weiter geht es in die Bahnhofstraße, in der einige jüdische Familien gewohnt haben. Heute erinnern Stolpersteine vor den Häusern an die Familien Haas, Heine, Weidenbaum und Horwitz – Brüning weiß einige Geschichten der Familien zu erzählen.

 

In der Marktstraße wird z. B. über die Familie Julius Ginsberg berichtet. Nach dem Zwangsverkauf ihres Hauses in der Marktstraße 1941 lebten Julius, Clara und Ruth Ginsberg hier noch bis 1942. Am 31. März 1942 wurde die Familie von Bielefeld aus ins Ghetto Warschau deportiert und später ermordet.

 

Die Stadtführung führt über die Steinstraße/Ecke Lemförder Straße, wo Familie Frank gewohnt hat bis in die Lange Straße. Hier wohnten in unmittelbarer Nähe der ehemaligen Synagoge die Familie Goldstein ( das Haus wurde 1939 zwangsverkauft. Alle Familienmitglieder konnten rechtzeitig auswandern, so dass sie den Krieg überlebten) und Familie Vogel. Bis auf Sohn Paul Vogel wurden alle anderen Familienmitglieder nach Auschwitz deportiert und dort ermordet.

 

An den Rundgang schließt sich um 18:00 Uhr eine Gedenkveranstaltung am Platz der Synagoge mit einer Gedenkrede von Dr. Roland Mettenbrink an.

 

Eine Anmeldung zu dieser Stadtführung und anschließender Gedenkveranstaltung ist nicht notwendig. Die 3G-Regeln und der Abstand zu allen Teilnehmenden ist einzuhalten.

 

 

Der

Arbeitskreis

Aus dem einstigen Arbeitskreis, der anlässlich der Projekte rund um den 160. Jahrestag der Einweihung der Synagoge am 10. September 2012 zunächst überwiegend aus Fachausschussmitgliedern bestand, ist längst ein eher privater Kreis interessierter Bürger geworden und nennt sich nun „Arbeitskreis jüdisches Leben in Rahden“.

die

schulen

Man versteht sich als Team und konnte in den vergangenen Jahren weitere Projekte verwirklichen, so z. B. 2013 die Ausstellung „Die Synagoge-Schnittpunkt jüdischen Lebens“ im Rahmen der „Offenen Kirche“ in St. Johannis. Dazu wurden zwei Plakattafeln zur Rahdener Synagoge erstellt.

Im Jahr 2014 führten Schüler des Gymnasiums in der St. Johannis-Kirche Ausschnitte aus dem Musical "Anatevka" anlässlich der Pogromnacht auf. Auch Haupt-und Realschüler waren in die Gestaltung der Gedenktage eingebunden. Ein von Schülern gebautes Modell der Synagoge ist schon an mehreren Orten ausgestellt worden.

 

Weiterhin ist der Arbeitskreis an Führungen auf dem jüdischen Friedhof in der Altgemeinde Espelkamp beteiligt und führt unter Leitung des Stadtheimatpflegers C.-D. Brüning historische Stadtrundgänge auf den Spuren der jüdischen Mitbürger durch.

Neue Mitglieder sind jederzeit herzlich willkommen, Anregungen und Ideen werden gern entgegen genommen. Im November 2015 konnten dank finanzieller Unterstützung durch Bürger, Parteien und der Stiftung der Stadtsparkasse Rahden die ersten Stolpersteine verlegt werden.

 

 

Stadtrundgänge

Arbeitskreis Jüdisches Leben in Rahden

Claus-Dieter Brüning

Am Freibad 16, 32369 Rahden

E-Mail: mail@juedisches-leben-rahden.de

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